Abstract Vitreoretinal Symposium Frankfurt / Main 2001
5th session:
STRATEGIES AND INSTRUMENTATION

DER FLÜSSIGKEITS-LUFT AUSTAUSCH REDUZIERT DIE GANGLIENZELLAKTIVITÄT IN DER NETZHAUT

Lutz Hesse, T. Schanze (Marburg)


Hintergrund: In vitrektomierten Augen wurden nach Gasfüllung Gesichtsfelddefekte beobachtet. Wir bestimmten die Änderung der spontanen Ganglienzellaktivität der Katzennetzhaut in einem vitrektomierten Auge nach Austausch der Flüssigkeit gegen Luft.

Methode: Zunächst wurde eine kombinierte Vitrektomie mit Lentektomie bei der Katze durchgeführt. Nach zwei Wochen wurden zwei quarzisolierte Fasermikroelektroden (Durchmesser 80 µm) mittels eines speziellen Manipulators über eine Sklerotomie in das Auge der Katze eingebracht und ca. 2 PD oberhalb der Papille auf der Netzhaut positioniert. Die µm-genaue Positionierung erfolgte sowohl unter optischer Kontrolle als auch unter gleichzeitiger retinaler elektrischer Ableitung. Die Aktivität der Netzhaut wurde kontinuierlich unter gleichbleibendem intraokularen Druck (29 mmHg) sowohl unter Flüssigkeit als auch unter Luft aufgezeichnet.

Ergebnisse: Nach der Luftfüllung verringerte sich die spontane Aktionspotentialrate um bis zu 50 % innerhalb der ersten 3 Minuten. Die Aktivität retinaler Ganglienzellen erholt sich nach erneuter Füllung des Auges mit Flüssigkeit innerhalb einer Stunde nur teilweise.

Schlußfolgerung: Der innerhalb von Minuten eintretende Aktivitätsabfall unter Luft läßt sich durch eine Störung des extrazellulären Milieus der Ganglienzellen oder Fasern erklären. Möglicherweise sind schon kurzzeitige Milieustörungen der Retina durch Luftfüllung für eine permanente Schädigungen von Ganglienzellkörpern und/oder -fasern hinreichend.


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