5th session:
STRATEGIES AND INSTRUMENTATION
DER FLÜSSIGKEITS-LUFT AUSTAUSCH REDUZIERT DIE
GANGLIENZELLAKTIVITÄT IN DER NETZHAUT
Lutz Hesse, T. Schanze (Marburg)
Hintergrund: In vitrektomierten Augen wurden nach Gasfüllung Gesichtsfelddefekte
beobachtet. Wir bestimmten die Änderung der spontanen Ganglienzellaktivität
der Katzennetzhaut in einem vitrektomierten Auge nach Austausch der Flüssigkeit
gegen Luft.
Methode: Zunächst wurde eine kombinierte Vitrektomie mit Lentektomie
bei der Katze durchgeführt. Nach zwei Wochen wurden zwei quarzisolierte
Fasermikroelektroden (Durchmesser 80 µm) mittels eines speziellen Manipulators
über eine Sklerotomie in das Auge der Katze eingebracht und ca. 2 PD oberhalb
der Papille auf der Netzhaut positioniert. Die µm-genaue Positionierung
erfolgte sowohl unter optischer Kontrolle als auch unter gleichzeitiger
retinaler elektrischer Ableitung. Die Aktivität der Netzhaut wurde kontinuierlich
unter gleichbleibendem intraokularen Druck (29 mmHg) sowohl unter Flüssigkeit
als auch unter Luft aufgezeichnet.
Ergebnisse: Nach der Luftfüllung verringerte sich die spontane
Aktionspotentialrate um bis zu 50 % innerhalb der ersten 3 Minuten. Die
Aktivität retinaler Ganglienzellen erholt sich nach erneuter Füllung des
Auges mit Flüssigkeit innerhalb einer Stunde nur teilweise.
Schlußfolgerung: Der innerhalb von Minuten eintretende Aktivitätsabfall
unter Luft läßt sich durch eine Störung des extrazellulären Milieus der
Ganglienzellen oder Fasern erklären. Möglicherweise sind schon kurzzeitige
Milieustörungen der Retina durch Luftfüllung für eine permanente Schädigungen
von Ganglienzellkörpern und/oder -fasern hinreichend.
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